Redaktioneller Beitrag in der Schweizer Kunststoffzeitung „Swiss Plastics“ Ausgabe 4/2007 – Text und Bilder Marianne Flury


Geiger Cytec Systems AG, Schwarzenburg


Die Zukunft liegt im Bereich der Greifer


Zehn Jahre ist es her, dass die damalige Geiger Handling AG ihr Handelsgeschäft ausgelagert und in der neu gegründeten Geiger Cytec Systems AG gebündelt hat. Handelsprodukte sind immer noch ein wichtiger Bestandteil, dazu gekommen ist aber das wachsende Geschäft mit Entnahmegeräten für den Kleinbereich.




Die Geiger Cytec Systems AG war bis 2004 ein reiner Handelsbetrieb, der sich auf den Vertrieb von Peripheriegeräten konzentrierte (siehe Kasten). Das Unternehmen war 1997 aus der damaligen Geiger Handling AG heraus entstanden. Als im Februar 2004 die Nachlassstundung der Geiger Handling AG bewilligt wurde und Adolf Geiger, Gründer und zu diesem Zeitpunkt Minderheitsaktionär der Firma, gehen musste, entschloss er sich, eine Produktion aufzubauen. Das bedeutete, in den Kundendienst, die Entwicklung und Konstruktion zu investieren. Die Produktion der Geräte erfordert auch Mannstunden. Seit 2004 ist die Anzahl der Mitarbeitenden dementsprechend von 4 auf 9 angestiegen. Als erstes wurde der Mini Phoenix, eine pneumatische Version von Mini Electra, gebaut. «In 2004 blieb mir ja nichts anderes übrig, als vorwärts zu machen», erklärt Adolf Geiger.


Druckluft ist nicht gratis

Der jüngste Wurf von Geiger Cytec ist der Mini Electra, ein Entnahmegerät für den Kleinbereich (Angussseparieren und Kleinteile) mit dem Vorteil, dass er nicht mehr pneumatisch, sondern elektrisch angetrieben ist. Als Hauptvorteile nennt Geiger die Energieeinsparung und die Schnelligkeit. «Druckluft ist sehr teuer und zudem gewinnt der Anwender Zeit», so der Firmenchef. Das Gerät kann auf eine Warteposition nahe der Entnahmeposition gestellt werden, und muss dann nur noch 200 bis 300 mm fahren. Zudem verfügt das Gerät über einen Chipkarten Programmspeicher. Bereits das Vorgängermodell, der Mini Servo, war elektrisch. «Er ist aber in der Zwischenzeit in einer Preisklasse, der für einen Angusspicker zu teuer ist. Das ist das Handicap dieses Geräts», räumt Geiger ein. Für den Mini Electra wurde eine eigene Steuerung entwickelt. Dadurch konnte der elektrische Kostenanteil wesentlich günstiger gehalten werden. Zudem wurden bei der Antriebstechnik anstelle von Servomotoren, Schrittmotoren gewählt. «Gerade der Schrittmotor hat sich in den letzten Jahren stark weiter entwickelt und bietet Möglichkeiten, die vor Jahren noch undenkbar gewesen wären» begründet Geiger den Entscheid. Der Hauptmarkt für Geiger Cytec ist neben der Schweiz, Deutschland (gut 60% werden hier verkauft) wichtig sind aber auch Frankreich, Grossbritannien und die Benelux Länder. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf motorischen Kleingeräten auf Spritzgiessmaschinen.


Es geht wieder aufwärts

Mit dem Geschäftsjahr 2006 ist der Firmenchef zufrieden. «Es geht wieder aufwärts», meint er dazu. Nachdem in den Jahren 2002 und 2003 ein Verlust hingenommen werden musste, konnte das Unternehmen in den Folgejahren umsatzmässig wieder zulegen und schreibt heute schwarze Zahlen. Auch das jüngste Produkt, der Mini Electra wird dazu beitragen, dass das Geschäft weiter gut läuft, ist Geiger zuversichtlich. Gerade weil viele Maschinenhersteller heute selber in der Lage sind, Handlinggeräte zu bauen, glaubt Geiger an den Erfolg mit Kleingeräten. «Kurze Entnahmezeiten und Drucklufteinsparung sowie einfache Bedienung – das sind unsere Argumente und zugleich Trümpfe», betont er. Erklärtes Ziel in den nächsten drei Jahren ist es, die Firma wieder fit zu machen. Geiger Cytec soll nicht nur einen Namen als Handelsbetrieb, sondern auch als Produktionsbetrieb haben, mit Kundendienst und Entwicklung. Um diesen Anspruch besser erfüllen, aber auch um selber etwas kürzer treten zu können, sucht Geiger einen Aussendienstmitarbeiter. Auch der Ausstellungsraum in Wangen a/Aare soll aufgewertet werden. Dort soll mittelfristig ständig eine Person präsent sein. Für Geiger ist der im Jahre 2005 umgebaute, 200 m2 grosse Showroom ein Highlight in der 10 jährigen Firmengeschichte. Gezeigt werden alle Handelsprodukte und die eigenen Geräte. Auch besteht die Möglichkeit der Schulung auf allen Maschinen und Handlinggeräten. Oft gibt es Kunden, die z.B. ein Gerät oder Greiferkomponenten – alles, was sie dringend brauchen – vom Fleck weg mitnehmen. Im Angebot findet sich auch ein in der Entnahmeposition verriegeltes C- Drehmodul in verschiedenen Grössen – eine Eigenentwicklung, die die Betriebssicherheit gewährleistet. Zusammen mit dem Drehmodul werden die notwendigen Greifer-Komponenten, wie Sauger, Anschlusselemente, Federelemente, Zangen usw. angeboten. Der Kunde ist in der Lage, sich selber seinen Greifer zu bauen. Ein Koffer mit den entsprechenden Komponenten wird als Standardausrüstung angeboten.